Praxis Hamann
english

Kiefergelenksdiagnostik
Kontakt | Impressum

Manuelle und Instrumentelle FAL und Cadiax

Das Kiefergelenk ist das komplizierteste Gelenk in unserem Körper. Nicht nur, dass es ein so genanntes Drehgleitgelenk ist, bei Seitwärts-Bewegungen verändert sich das linke Kiefergelenk niemals ohne das rechte. Zusätzlich bewegt sich das linke Kiefergelenk zur Mitte hin. Wobei sich gleichzeitig das rechte Kiefergelenk entweder gar nicht oder aber in alle Himmelsrichtungen drehen kann.
Bei allen Bewegungen, insbesondere den nichtphysiologischen, können nun Schmerzen ausgelöst werden. Entweder durch Druck auf die so genannte Bilaminäre Zone hinter den Kieferköpfchen oder durch Reizung bei verlagertem Diskus (sog. „Stoßdämpfer“ zwischen Kiefergelenkköpfchen und Kiefergelenkpfanne). Aber auch durch die Störung diverser anderer Strukturen des Kiefergelenkes und seiner Nachbarschaft können Schmerzen auftreten.

Um die Ursache für die Schmerzen des Patienten zu finden, muss eine genaue Diagnostik mit einhergehender Untersuchung und individueller Befragung durchgeführt werden.

Bei der anschließenden Funktionsanalyse wird eine eingehende Untersuchung des Kausystems durchgeführt. Mit den Ergebnissen dieser Begutachtung wird über die entsprechenden Verfahren zur Schmerzlinderung und –beseitigung entschieden. Je nach Diagnose können weitere Verfahren zur Ursachenfindung notwendig sein. Die sich anschließende Therapie (z.B. Aufbiss-Schienen, Stressbewältigung aufgrund von Knirschen und Pressen, medikamentöse Therapie und Krankengymnastik) wird den Bedürfnissen des Patienten entsprechend abgestimmt.

Schmerzen im Bereich der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur, Gelenkgeräusche (Reiben und/oder Knacken), Einschränkung der Bewegungsmöglichkeit des Unterkiefers und Verspannungen der Kaumuskulatur gehen häufig von den Zähnen aus. Zahnfehlstellungen, Zahnverlust, mangelhafter Zahnersatz, schlechte Füllungen sowie das Knirschen und Pressen mit den Zähnen (Stress) können die Ursache für Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke sein. Durch die enge Lagebeziehung mit den Ohren, werden Schmerzen des Kiefers häufig als Ohrenschmerz empfunden. In solchen Fällen findet der Hals-, Nasen-, Ohrenarzt häufig keine Erklärung für die Schmerzen. Kiefergelenke, Kaumuskulatur und Zähne bilden eine Einheit, daher muss jede Diagnostik und vor allem auch die Therapie, alle Bestandteile dieses Systems berücksichtigen. Prinzipiell darf das Kiefergelenk nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil des Ganzen. Das bedeutet, dass z.B. Beschwerden in der Kiefergelenkregion durchaus ihre Ursache in einer Fehlstellung der Wirbelsäule oder einer verspannten Rückenmuskulatur haben können. Das gleiche gilt auch umgekehrt.

Verschiedene Ursachen für Schmerzen im Kiefergelenkbereich

  • Gelenkbezogene Ursachen wie z.B. Verlagerung der Gelenkscheibe (Knacken bei Mundöffnung, Mundöffnungseinschränkung und Reibegeräusche)
  • Arthrose (zerstörte Gelenkscheibe - Knochen reibt auf Knochen)
  • Muskuläre Schmerzen - Verspannung der Kaumuskulatur durch Knirschen oder Aufeinanderpressen der Zähne (ausgelöst durch Stress, fehlende Zähne und falschem Zahnersatz)

Funktionsanalyse

Eine genaue Diagnostik mit eingehender Untersuchung und Befragung des Patienten ist immer notwendig, um die Ursache für die Schmerzen zu finden.

Als erstes wird eine Funktionsanalyse durchgeführt. Es handelt sich hierbei um eine eingehende Untersuchung des Kausystems. Aufgrund der damit gewonnenen Erkenntnisse können weitere diagnostische Verfahren, wie z.B. bildgebende Verfahren (Röntgen, Kernspintomographie), Vermessungen etc. erforderlich werden.

Je nach Diagnose können verschiedene Therapien indiziert sein, z.B. Aufbiss-Schienen, Stressbewältigung (Knirschen, Pressen), medikamentöse Therapie und Krankengymnastik über leichtes Einschleifen der Störkontakte an den vorhandenen Zähnen bis hin zu neu gestaltetem Zahnersatz.

 

Kiefergelenksdiagnostik
Kiefergelenksdiagnostik
   

Manuelle & Instrumentelle Analyse

Was die Diagnostik betrifft, muss man vor die oben erwähnten bildgebenden Verfahren eindeutig die Manuelle und Instrumentelle Funktionsanalyse stellen.

Zwischen Manueller Funktionsanalyse und Instrumenteller Funktionsanalyse wird hierbei unterschieden, da sie grundsätzlich unterschiedliche Ziele verfolgen. Bei der manuellen Funktionsanalyse soll herausgefunden werden, welche Strukturen des Kiefergelenkes erkrankt sind. Dies geschieht in der Regel durch verschiedene Drucktechniken, bei denen mit angemessenem Druck auf das Kiefergelenk, die erkrankten Strukturen ermittelt werden. Mit entsprechender Erfahrung und Technik können feinste erkrankte Areale lokalisiert werden.

Bei der Instrumentellen Funktionsanalyse soll in erster Linie die Art und Weise, wie sich das jeweilige Kiefergelenk bewegt, beobachtet werden, da es hier erhebliche Unterschiede geben kann. Entweder wird mit älteren Techniken auf Papierschreibplatten die Bewegungsbahn zweidimensional festgehalten oder mittels elektronischen Schreibgeräten und Computerunterstützung dreidimensional die Bewegung des Patienten analysiert. Damit wird im Wesentlichen der Artikulator (auch Kausimulator genannt) programmiert, um die Bewegungsbahnen zu analysieren und eventuell die Orte der Schädigung noch genauer bestimmen zu können. Hier sind insbesondere das Cadiax, IPR und DIR System zu nennen.

 

Kiefergelenksdiagnostik
  Cardiax-Gesichtsbogen
Schema eines Kausimulators (Artikulators)
 
Der angelegte Cardiax-Gesichtsbogen im Schema

 

Flug- & Taucherzahnmedizin | Parodontitisbehandlung | Chirurgie | Laser & Kinderzahnheilkunde